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Madrid wants to keep on rowing!

Bad news from the place where the story of this blog began a little over three years ago:

The government of Madrid decided in May to start a renaturalization project for the river Manzanares. You may argue that on the first sight, this sounds like a good idea. Having seen (and sometimes smelled) that river, dammed up and squeezed between high concrete walls, it's not a wrong thought at all to consider to convert it into a place to live for fish (and if you believe the plans of the activists even otters) again. The bad news are, however, that the naturalization plan seems to consist mainly in opening all locks, which leads to a massive reduction of the water level. El Mundo reports that islands have formed already in the river bed.

The rowing community in Madrid looks back onto a long tradition of rowing on ponds of less than 300 metres in length, but a small creek with green islands does not even serve these masters of improvisation for their daily training.

The rowing school opened only 4 years ago in the frame of the Parque Madrid Rìo project and has it's boat hangar and pontoon ceded for use by the city of Madrid. Although with a length of about a kilometre and a width just big enough to turn around a quad, the section of the Manzanares in Legazpi is still far from being the ideal place to row, it has enabled the competitive rowers of Madrid to prepare successful participations to the national championships. Moreover, a lot of children and adults have learned rowing in the rowing school and have discovered it as their favorite leisure activity.

To me, it sounds like a bad joke that the government of the same city that built a place to row a few years ago, is now simply forgetting about it. (Especially when you are, alike me,  living in a country where each public construction project of that size will last for decades because the alleged public good needs to be carefully weighted against the interests of single persons and organizations.)

Does anybody really believe that there can't be a compromise between the interests of the rowers and nature? After all, rowing is not harmful to nature but beneficial for our health and personal development.

Please help my friends to make themselves heard by signing their petition to the mayor of Madrid.

Eine Woche voller Abschiede

Plötzlich ist es nur noch eine Woche. Am Sonntag fange ich an, Dinge das letzte mal zu tun. Als ich die Sonne über der Sierra de Guadarrama aufgehen sehe, und als ich drei Stunden später das letzte mal in Valmayor anlege, wird mir bewusst, dass es jetzt aufs Ende zugeht.

Die Thesis ist noch immer nicht fertig, bis Donnerstag sitze ich jeden Nachmittag zu Hause und schreibe. Wenn nach einigen Stunden der Kopf dann endgültig leer ist, und mich nichts mehr auf dem Stuhl hält, gehe ich schwimmen. Und schwimme so schnell und so lang bis meine Nachbarn sagen, sie werden schon vom zuschauen völlig ausgepowert. Am Mittwoch regnet es, und Christian lässt mich nicht ins Wasser. Ich gehe abends um halb neun bei Gewitter joggen. Es nieselt. Ich genieße jeden Tropfen. Ich jogge schneller als ich gewohnt bin. Egal, der Kopf soll frei werden.

Ich arbeite wie eine Maschine, probiere noch möglichst viel aus, dass das Projekt noch fertig wird. Paco testet meine Macros. Er macht zuverlässig alle Fehler, die man machen kann.

Am Donnerstag fahre ich das letzte mal an den Manzanares. Diesen Monat ist Wasser drin, ich kann die ganzen 1100m nutzen. Aber ich habe noch Muskelkater vom joggen. Ich verabschiede mich von Lorena und bedauere, dass Félix nicht da ist. Weiter gehts. Abschiedskuchen backen. Rechtschreibfehler suchen. Ein letztes Mal kompilieren. Punkt.

 Freitag. Ich bin unendlich langsam. Traurig. Mir tut alles weh. Die Thesis ist zur Druckerei geschickt. Wir kopieren die 93GB an Daten, die ich in den letzten 13 Wochen fabriziert habe. Feedback. Ich möchte nicht gehen, Paco möchte nicht, dass ich gehe. Nutzlos.

Eine unglaublich intensive und schöne Zeit geht zu Ende. Eine Zeit in der ich viele Menschen kennengelernt habe. Menschen, die mich mit offenen Armen empfangen habe, denen man anmerkt, dass sie mich wertschätzen.

"Si quieres volver, tienes casa aquí." Um alle Einladungen zu nutzen, muss ich wohl öfters wiederkommen.

Morgen geht der Flieger zurück nach Hamburg. Zwei Wochen Urlaub, und dann? Ein konkretes Stellenangebot habe ich noch nicht. Es bleibt die Hoffnung. Und die Erinnerung an einen wundervollen Sommer.

Adiós, Madrid!



Judith trainiert... gegen das Sommerloch

Airbus Operations S.L, 7 Uhr. Seit einer Woche muss ich mich morgens nicht mehr zwischen all den Bussen durchschlängeln, die die knapp 3000-Köpfige Belegschaft zur Arbeit bringen. Im Büro angekommen muss ich erstmal das Licht anmachen, die anderen beiden Übriggebliebenen kommen ein paar Minuten später.
Es ist Urlaubszeit in Madrid.
Nachmittags geht es nicht wie gewohnt an den Rio Manzanares, denn auch Félix ist an die Küste gefahren und das Bootshaus bleibt geschlossen.
Zum Rudern bleibt mir entsprechend nur der Stausee in Valmayor, wo ich nun glegentlich auch unter der Woche hinfahre.
Ansonsten nutze ich die Zeit am Nachmittag, um mich dem nervigen Teil meiner Arbeit zu widmen: Neben der praktischen Forschung muss ja auch noch eine Thesis verfasst werden. In meinem Hirn hat sich inzwischen ein großes Knäuel mitenander vernezter Informationen in drei Sprachen gebildet. Die Kunst ist jetzt, den ganzen Krempel geordnet und auf Englisch zu Papier zu bekommen.
Die am besten geeignete Form für die Thesis wäre meiner Meinung nach ja eine begehbare Kunstinstallation, oder eines dieser Abenteuerbücher (wenn du wissen möchtest, warum dieser Ansatz nicht funktioniert hat, lies weiter auf Seite 17. Möchtest du stattdessen wissen, was wir noch alles ausprobiert haben, lies weiter auf Seite 25.) Leider stehen diese Optionen von Seiten der Hochschule nicht zur Debatte.

Um mich ein bisschen aufzumuntern, schaue ich gelegentlich, was die anderen so tun: Konstantin, den ich noch von der U23-WM letztes Jahr kenne, und sein Zweierpartner Lars starten Ende August bei der WM in Südkorea. Die beiden sind gerade fleißig dabei likes und follower zu sammeln. Ich drücke jedenfalls alle verfügbaren Daumen!

Judith trainiert... mit Berta

Berta hat in mir ein Vorbild und ich in ihr eine sehr nette und für ihr zartes Alter sehr reife umd entschlossene Freundin gefunden. Neulich waren wir zusammen im Doppelzweier draußen. Sie hat sich sehr darüber gefreut, kritisiert zu werden. Ihre Trainer sagen ihr viel zu oft, dass sie doch super rudert und sie meint, sie weiß, dass dem nicht so ist, hat aber keine Idee, wie sie das ändern soll. Ich glaube, aus dem Mädel kann was werden. Der Sportsgeist ist jedenfalls da.
Trikots haben wir selbstverständlich auch getauscht. Deutschland-Langarmshirt gegen Einteiler des Retiro-Clubs. Ich habe noch nie so gerne ein Trikot hergegeben. Es ist ein unglaublich schönes Gefühl, zu wissen, dass man andere Menschen in ihrem Vorankommen inspiriert und umterstützen kann.


Madrid se mete en la yola.

Neben der Art zu Rudern, wie wir sie aus Deutschland kennen, die hier in Spanien auch als Remo Olímpico bekannt ist, werden in Spanien auch noch zwei andere Ruderarten praktiziert: insbesondere im Baskenland ist das Festsitzrudern (Remo con banco fijo) sehr weit verbreitet.



Hier in Madrid geht es für die Sportler nach der spanischen Meisterschaft in die Yola (auf Englisch Inrigger). Das sind Riemenboote mit beweglichem Sitz, die so breit sind, dass sie nur minimal kleine Ausleger haben. Die zwei, vier, oder acht Ruderer sitzen leicht versetzt, aber immernoch hintereinander im Boot. Die Rennen in den Yolas sind mehrere tausend Meter lang, werden aber auf 250-500m langen Strecken ausgetragen. Damit kommt dem Steuermann eine wesentlich entscheidendere Rolle zu als bei den meist schnurgeraden Strecken des olympischen Ruderns. Viele Rennen, so hat man mir erzählt, werden in dieser Bootsklasse an den Wenden entschieden. Trainingstechnisch sind in diesem Fall dann wohl auch unsere madrillenischen Pfützen- und Tümpelruderer stark im Vorteil :-P




Aficcionados oder: Anglotzen, Anmachen, Anfeuern

Man sagt ja, der Spanier an sich sei etwas extrovertierter als der Durchschnittsdeutsche. Erschwerend kommt hinzu, dass mein aktuelles Ruderrevier quer durch den Parque Madrid Río verläuft.  Da das der Ort ist, wo sich bei hohen Temperaturen (diese Woche haben wir nur noch 34°) noch ein Lüftchen regt, ist entsprechend Betrieb an den Nachmittagen. Von jeder der 4 Brücken auf der 800m-Ruderstrecke kann man sich also Kommentare anhören.

Winkende Kinder, das obligatorische "hey, guapa!" oder auch die Frage, wo man so ein "Kanu" ausleihen kann. Mit meinen wachsenden Spanischkenntnissen verstehe ich leider inzwischen auch ziemlich viel. Außerdem bin ich ein beliebtes Fotomotiv. Heute habe ich mich an den Wenden mit einer Gruppe halbstarker unterhalten, denen mein USA-Einteiler aufgefallen war und die ganz überrascht waren, dass ich Spanisch spreche und aus Hamburg komme...

Geduscht habe ich auch, erst mit Cola (ja, auch hier gibt es unheimlich coole Kinder) und später auch mit Wasser (Felix hat mein Boot geputzt, und da er den Schlauch schon in der Hand hatte, hat er nochmal eben bei mir weitergemacht :-P)

Judith trainiert.... auf dem Embalse de Valmayor


Vor ein paar Wochen hatte ich hier versprochen, nochmal ein paar Bilder aus Valmayor zu posten. Leider ist meine Kamera inzwischen gestorben, aber zu meiner Rettung haben mich meine Eltern letztes Wochenende hier besucht und mein Papa konnte es sich natürlich nicht nehmen lassen, ein paar Fotos von seinem Lieblingstöchterchen zu machen.

Schade, dass ich hier fast nur am Wochenende bin - während uns am Manzanares so langsam das Wasser wegtrocknet, ist es hier noch vergleichsweise kühl. Trotzdem vernichte ich hier auch einen Liter Wasser während des Trainings und einen hinterher.



Das hier ist übrigens Volker. Und wie man sieht gibt es hier auch Vorwärtsfahrer. (Und natürlich auch Segler und Surfer. Nur schwimmen darf man im See nicht.)







Das sind übrigens ganz besondere Fotos: mit Ton! Hört ihr, wie schön leise das da oben in der Sierra ist?

Félix hat sich auch schon ganz fleißig als Fotograf betätigt. Das Ergebnis findet ihr auf der Facebookseite von RemoMadridRio.

Regattabericht: Campeonato Autonómico (Categorias Superiores)

Für die spanischen Meisterschaften muss man sich auf regionaler Ebene qualifizieren. Das mag in Andalusien durchaus Sinn machen, in Madrid muss man dann halt mal eine Belastung abliefern. Gegner sind in Zentralspanien leider eine ausgestorbene Spezies.

Das ganze heißt dann Campeonato Autonómico und hat diesen Sonntag auf dem Embalse Valmayor und am Río Manzanares stattgefunden, um sich die Bootstransporte zu sparen.

In Valmayor gab es zwei Rennen, an einem durfte ich zum Spaß auch teilnehmen. Gegen mich traten auf der 1500m-Strecke unsere B-Juniorin Roberta im Einer und ein Masters-Männerachter an. Ausnahmsweise war der See mal nicht völlig plattgebügelt, die steife Brise produzierte ordentlich Wellen.

Nachdem die Boote halbwegs ausgerichtet waren, kam das Startsignal vom Achter-Schlagmann und alle 3 Boote setzten sich in Bewegung. Im Laufe des Rennens wurde mir dann bewusst, warum Volker mich das erste Mal als ich in Valmayor war nicht ins Rennboot setzen wollte: so ein Holzboot sammelt ziemlich Wasser.

Bis zur Streckenhälfte lag ich gleichauf mit dem Achter, der dann Ruder halt machte, um auf Roberta zu warten. ich wusste nicht so richtig, wo das Ziel ist und bin einfach mal fröhlich weitergekachelt, bis Volker im Motorboot auf mich zukam und meinte, ich soll mal lieber aufhören, er hat Angst, dass ich mit dem Boot absaufe. Nach einer kurzen Beratschlagung war er dann einverstanden, dass ich noch die restlichen 250m bis zum Ziel fahre, das ich dann auch ungefähr eine Minute vor den anderen erreicht habe.

Dann schnell zurück zum Anleger und mit vereinten Kräften das Boot umdrehen. Es kam mehr Wasser rausgeflossen als meiner Schätzung nach in so ein Boot reinpasst. Anschließend gabs noch Medallien für alle. Diesen und die folgenden Tage musste ich mir noch öfters die Geschichte anhören "wie die Judith im sinkenden Boot die Regatta gewonnen hat." Ich arbeite an meinem Mythos....

Judith trainiert... auf dem Río Manzanares

Von Félix, der zusammen mit Lorena das Bootshaus am Rio Manzanares betreut, lerne ich eine Menge neue spanische Begriffe. Am Dienstag war ich recht früh dran und vor ihm am Bootshaus. "Tienes mono? Sabes que es un mono?" Na ja, mono heißt Affe, aber das konnte hier ja nicht gemeint sein. Er hat mich dann aufgeklärt, dass der Affe in dem Fall Entzugserscheinungen sind. Dann haben wir versucht, den Winkel (=la caída) von meinen Dollen vernünftig einzustellen. Dazu fix el nivel gesucht, damit das Boot auch grade liegt. Schnell war klar, dass wir das nur mit den Inserts nicht schaffen werden, da müssen wir mit dem llave Manuela dran. Wobei ihm der deutsche Name, die große Wahrheit, auch ganz gut gefallen hat. So, noch schnell den tapón (= Luftkastendeckel) zu, und dann mal fix 12 Runden rudern.

Seine Söhne - meiner Meinung nach mit Abstand die besten Ruderer Madrids - konnten nicht an sich halten. Nachdem Volker Félix erklärt hatte, dass ich Welmeisterin bin, waren flugs sämtliche Ruderer Madrids per Twitter auf den Stand gebracht.

Gesprächsthema war ich vorher schon - zugegeben, es ist schon auch seltsam, nach dem Rudern die Rollbahnen zu putzen, oder?

Mit Lorena, Félix, den Zwillingen und Roberta, die mit mir zusammen in Valmayor trainiert, verstehe ich mich jeden Fall ausgesprochen gut. So langsam kommt das Gefühl von Verein auf: Ein Ort, wo alle gemeinsam und mit Elan an einer Sache arbeiten, sei es die nächste Regatta oder das Einstellen der Skulls auf die gewünschte Länge. Das Sportlerzuhause.


Judith trainiert... en la piscina

Das schöne daran, in einem spanischen Riesenwohnblock zu wohnen? Das Schwimmbad! Unseres ist 20m lang, und wenn Madrid und Hamburg mal wieder das Wetter getauscht haben ganz leer. So wie heute: Ich war das erste mal da und hatte gleich das ganze Becken inklusive des extrem netten und attraktiven Rettungsschwimmers für mich. Er hat mir erzählt, dass ich auch die einzige an dem Tag war. Ich glaube, seinen Job möchte ich nicht haben. Lange habe ich es leider auch nicht ausgehalten - das Wasser ist erst letzte Woche eingelassen worden und noch entsprechend kalt. Aber ich komme bestimmt nochmal wieder!

Judith trainiert... auch in Madrid!

Hallo Sportsfreunde,
Seit anfang Juni bin ich nun in Madrid, um meine Bachelorthesis zu schreiben. Und ich habe festgestellt: Joggen ist doof. Der Park in Getafe ist zwar so groß, dass man locker eine Stunde laufen kann, ohne einen Weg zweimal zu benutzen, aber man wird aufgrund der spärlichen Vegetation in der Zwischenzeit auch kross durchgebraten. (Ich habe es tatsächlcih geschafft, trotz LSF 50 Sonnenbrand im Gesicht zu bekommen. Meine Kollegen haben mich ausgelacht.)

Lange habe ich es hier also nicht ohne meinen Lieblingssport ausgehalten. Ich habe mich im Internet beim madrilenischen Ruderverband schlau gemacht und herausgefunden, dass es am Río Manzanares ein Bootshaus gibt. Wo das genau ist schreiben sie leider nicht dazu...

Weil ich am Dienstag sowieso nach Madrid musste um meinen Mietvertrag zu unterschreiben, habe ich die Gelegenheit gleich genutzt und bin an den Fluss gefahren um das Bootshaus zu suchen.
Der Manzanares ist definitiv ein wunderschöner Fluss. Ziemlich schmal, mit vielen Staustufen, zum Rudern sollte es aber allemal reichen.
Rings um den Fluss erstreckt sich der kilometerlange "Parque Río de Madrid", wo sich abends gefühlt die halbe Einwohnerschaft der Metropole aufhält.

Leider war aber weit und breit kein Anleger in sicht, so dass ich schließlich unverrichteter Dinge wieder den geordneten Rückzug angetreten habe.

Am Samstag habe ich dann nochmal gegoogelt, mein Sonntagsspanisch rausgeholt und den Club de Remo Olímpico Sierra de Madrid (Remosierra) angeschrieben, um zu fragen, ob sie wissen, ob es wohl irgendwo in Madrid eine Trainingsgruppe gibt. Die Antwort kam prompt - und in fehlerfreiem deutsch! Einer der Mitbegründer des Clubs hört auf den typisch spanischen Namen Volker und kommt ursprünglich aus Düsseldorf.

Nach einigem hin und her haben wir dann entschieden, dass ich am Sonntag morgen einfach mal bei Remosierra vorbeikomme, eine Runde rudern gehe und wir dann nochmal in Ruhe reden.

Das bedeutete für mich erstmal ganz früh aufstehen - mit den Cercanías (das ist das spanische Pendant zur S-Bahn) war ich fast zwei Stunden unterwegs. Und wir mussten pünktlich um 9 da sein, um auf das Gelände zu kommen. Ein Wachmann hakt gewissenhaft jeden Ruderer auf einer Liste ab, dann wird das Tor wieder geschlossen, bis um 11 auch die anderen Sportler kommen. Gerudert wird auf dem Embalse de Valmayor, einem ungefähr 7km langen Trinkwasserspeicher in der Sierra de Guadarrama. Das Clubgelände teilt sich der 23-Mitglieder-Verein mit Seglern, Surfern und Kanuten, im Bootshaus liegt hauptsächlich Material des madrilenischen Ruderverbandes.

Weil es an dem Tag relativ windig war, wollte Volker mich noch nicht ins Skiff setzen und hat mich stattdessen im Gig-Einer losgeschickt. Es hat wahnsinnig Spaß gemacht, auch wenn sich meine Beine anschließend angefühlt haben, als hätte man sie durch den Entsafter gedrückt.

Volker hat mir dann auch erklärt, wo das Bootshaus am Río Manzanares ist. Ich war einfach viel zu weit nördlich gewesen. Tatsächlich gibt es von mir zu Hause einen Bus, der mich in einer halben Stunde zum Bootshaus bringt.


Dort habe ich mich dann mit Lorena unterhalten, die das Bootshaus betreut. Sie wird mir von einem anderen Ruderverein ein Boot organisieren, mit dem ich unter der Woche auf dem Fluss rudern kann. Am Wochenende werde ich weiterhin nach Valmayor fahren, denn der Flussabschnitt auf dem gerudert wird ist nur knapp 800m lang befahrbar, und ich habe ein bisschen Angst, da einen Drehwurm zu bekommen. Und der Embalse de Valmayor macht mit seiner Bergkulisse und dem glatten, blauen Wasser einfach süchtig.... Ich reiche bei Gelegenheit noch Bilder nach, bisher bin ich noch nicht dazugekommen, welche zu machen.

Dieses Wochenende war ich dann auch beide Tage dort.  Endlich konnte ich auch Skiff fahren. Volker war so nett, mir sein eigenes Boot zur Verfügung zu stellen, einen ungefähr 40 Jahre alten Stämpfli-Einer. Ein echtes Möbel, Wohlfühlgeschwindigkeit ungefähr Schlagzahl 19, aber perfekt eingestellt. Volker scheut auch keine Kosten und Mühen und möchte mir für das Boot auch noch neue Rollbahnen besorgen. Das Hinkommen hat sich dank eines Vereinskollegen deutlich vereinfacht. Jetzt muss ich nur noch 15min Metro fahren und werde dann bequem bis zum Club chauffiert.



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